Europa steht aktuell im Brennpunkt des weltwirtschaftlichen Geschehens. Die Finanzkrise führte gerade auf dem hiesigen Kontinent in mehreren Staaten zu einer Wirtschafts- und Schuldenkrise und könnte nun auch noch eine Währungskrise folgen lassen.

Die Eurokrise geht um. Die finanzielle Situation vieler privater Haushalte und Unternehmen in Europa ist nach der Finanzmarktkrise trotz des letzten weltwirtschaftlichen Aufschwungs sehr angespannt. Besonders sorgenvoll muss man jedoch die Staatshaushalte betrachten. Schon vor dem Finanzcrash waren viele öffentliche europäische Schuldenstände den Kriterien des Stabilitätspaktes von Maastricht nicht gewachsen. Nun rutscht die EU in ein ernsthaftes Haushaltsloch, welches das Vertrauen schwächen, die Währung gefährden und letztlich sogar am politischen und wirtschaftlichen Zusammenhalt des Staatenbundes rütteln könnte.

Die Eurokrise weitet sich aus

Aktuell ist das zweite Rettungspaket für Griechenland das bestimmende Thema. Doch ist ein möglicher Schuldenschnitt oder sogar eine Insolvenz des Hellenenstaates aufgrund dessen geringer wirtschaftlicher Bedeutung für die EU noch nicht unbedingt der Anfang vom Ende. Ungemütlich würde es hingegen, wenn große Volkswirtschaften wie Spanien und Italien ihre finanzielle Bedrängnis nicht allein abwenden können. In Spanien wird bereits hart gespart, jedoch flackert der Unmut der Bevölkerung aufgrund der sozialen Kürzungen schon hier und da auf, wenn auch die Protestaktionen noch nicht das griechische Niveau erreichen. In Italien hat das Parlament zwar ein Sparpaket verabschiedet. Dessen Wirkungsgrad darf aufgrund verschiedentlicher Änderungen und unklarer Regelungen allerdings sehr skeptisch betrachtet werden. Dabei haben die Italiener eigentlich eine starke Wirtschaftsstruktur, andererseits ist deren öffentlicher Schuldenstand so hoch wie nirgendwo sonst in Europa, abgesehen von Irland. Die exorbitanten Zinsausgaben schränken die Handlungsfähigkeit des italienischen Staates bereits jetzt beträchtlich ein.

Die Währungsstabilität in Gefahr

Aufgrund dieser problematischen Entwicklungen ist die Stabilität des Euros bedroht. Aktuell sind die europäischen Länder aufgrund fehlender klarer Regelungen zur Begegnung einer Schulden- und Eurokrise beinahe gezwungen, ihren Nachbarn auszuhelfen, um die Gesamtwirtschaft im Gleichgewicht zu halten. Die europäische Zentralbank vergibt darüber hinaus zu günstigen Konditionen Kredite und feuert damit langfristig die Inflation an. Der Wert des Euro dürfte damit zukünftig zurückgehen, wie es Spekulanten bereits jetzt erwarten.